Erste Hilfe

" Erste Hilfe "


Trotz aller Vorsicht und Umsicht im Umgang mit Ihrem Hund kann es zu Unfällen kommen. Verletzungen entstehen aber auch bei Raufereien, bei denen Hunde sich schlimme Bisswunden zufügen können.
Grundregeln der ersten Unfallversorgung

Wenn Ihr Hund nach einem Unfall verletzt oder gar blutend am Boden liegt, sollten Sie Ruhe bewahren. Hektische Schritte machen den eingetretenen Schaden größer! Gewinnen Sie durch Beobachten einen Überblick. Als nächste wichtige Maßnahme gilt es, Ihr Tier aus lebensbedrohlichen Situationen zu retten. Halten Sie die Atemwege frei! Durch eine Gehirnerschütterung kann der Hund das Bewusstsein verlieren oder erbrochen haben. Öffnen Sie mit aller Vorsicht den Fang und räumen Sie die Mundhöhle von Erbrochenem frei. Danach die Zunge leicht herausziehen und in Kopfseitenlage zwischen die Zähne legen. Starke Blutungen müssen sofort gestillt werden! Arterielle Blutungen, die pulsieren und das Blut spritzen lassen, sind abzubinden. Dazu eignen sich am besten elastische Binden, aber auch ein Strumpf oder ein Einweckgummi.
 
Unfallschock

Der Schockzustand nach einem Unfall betrifft vor allem den Kreislauf und bewirkt, dass lebenswichtige Organe nur noch ungenügend mit Sauerstoff versorgt werden. Durch Blutleere im Hirn kann auch eine Ohnmacht eintreten. Deren erste Anzeichen sind schnelle Atmung, jagender, dünner Puls, Untertemperatur, blasse Lefzen, Mattigkeit bis zur Ohnmacht. Wie beim Menschen gilt es in dieser Situation, das Tier in eine stabile Lage zu bringen, wobei der Hund auf der weniger verletzten Seite liegen sollte. Zum Warmhalten legen Sie ihn vorsichtig auf eine Decke und decken ihn mit Jacke oder Mantel zu. Wichtig ist, dass das verletzte Tier frei atmen kann.
 
Erste Hilfe

Bei Autounfällen, aber auch durch Stürze und bei Karambolagen im Spiel kann es zu Verrenkungen und Knochenbrüchen kommen. Bissverletzungen durch Raufereien oder Schnittwunden an den Pfoten bedürfen ebenfalls einer speziellen Versorgung.
 
Knochenbrüche versorgen

Bei geschlossenen Frakturen ist die Haut über den gebrochenen Knochen intakt. Offene Brüche müssen zuerst an der Wunde, in die Knochenteile ragen können, versorgt werden. Für den Transport zum Tierarzt ist unter Umständen das Anlegen eines provisorischen Schienenverbandes zu empfehlen. Binden Sie dem Hund dabei auf jeden Fall die Schnauze zu! Wunden mit Kompressen oder Papiertaschentüchern abdecken! Zur Polsterung zuerst eine Mullbinde anlegen, über die zur Schienung Holzleisten, Stöckchen oder ein Lineal gelegt werden können, die mit einer weiteren Binde in der Normallage des Beines befestigt werden. Orientieren Sie sich dabei am gesunden Bein!
 
Bissverletzungen

Untersuchen Sie ihren Hund nach Raufereien sorgfältig. Vor allem bei dichtem Fell werden kleine Hautwunden leicht übersehen und fallen erst nach Tagen durch Blutverkrustungen, ständiges Schlecken und übel riechende Eiterungen auf. Perforierende Hautverletzungen, bei denen ein Zahn die Haut durchdrungen hat und womöglich Haare oder Verschmutzungen unter die Haut geraten sind, müssen grundsätzlich operiert werden, da sich sonst ein Abszess bilden kann. Lassen Sie am besten nach jeder ernsthafteren Auseinandersetzung den Fachmann untersuchen und gehen Sie zum Tierarzt!
 
Verbrennungen

Verbrennungen beim Hund entstehen am häufigsten durch Verbrühen mit heißem Wasser oder durch Berührung heißer Oberflächen wie Kohleöfen, Ofenrohre oder Heizplatten. Die wichtigste Sofortmaßnahme besteht in intensiver Kühlung der verbrannten Stellen mit kaltem Wasser. Legen Sie danach für längere Zeit (mehrere Stunden) Eisbeutel auf. Der Grad der Verbrennung kann dadurch deutlich gelindert werden. Bei Verbrennungen 3. Grades (offene Hautwunden mit angesengtem Fleisch) ist die Wunde nach intensiver Kühlung mit möglichst sauberem Wasser auszuspülen und danach mit Tüchern oder einem lockeren Verband abzudecken.
 
Transport eines schwer verletzten Hundes
Bei Verdacht auf Knochenbrüche oder auf Verletzung der Wirbelsäule sollte der Hund möglichst wenig bewegt werden. Am besten legt man ihn auf eine Decke, die durch ein Brett oder eine Platte von unten gestützt wird, so dass sich der Körper des Tieres beim Tragen nicht durchbiegen
 
Transport eines schwer verletzten Hundes
Bei Verdacht auf Knochenbrüche oder auf Verletzung der Wirbelsäule sollte der Hund möglichst wenig bewegt werden. Am besten legt man ihn auf eine Decke, die durch ein Brett oder eine Platte von unten gestützt wird, so dass sich der Körper des Tieres beim Tragen nicht durchbiegen
 
Pfotenverletzungen

Bei stark blutenden Schnittverletzungen der Ballen, wie sie vor allem durch Glassplitter entstehen, ist ein Druckverband anzulegen. Zuerst die Wunde von grober Verschmutzung und Fremdkörpern reinigen und dann möglichst kompakt mit Kompressen oder auch Papiertaschentüchern unter Druck bedecken. Umwickeln Sie die Pfote mit elastischen Gazebinden oder Stoffstreifen so fest, dass die Blutung aufhört. Gelingt dies nicht, muss das Bein abgebunden werden. Pfotenverletzungen können aber auch durch einen Dorn oder Insektenstich hervorgerufen werden. Symptome sind plötzlich auftretende Lahmheit eines Beines oder Hochheben der Pfote, intensives Schlecken, Winseln und Humpeln. Hat der Hund tiefes Vertrauen zu seinem Besitzer, hält er ihm manchmal sogar die verletzte Pfote entgegen. Suchen Sie mit der nötigen Vorsicht nach dem Stachel oder Dorn und entfernen Sie ihn!
 
Gegenstände im Maul

Beim Zerbeißen von Knochen oder Zweigen können sich Teile davon zwischen den Backenzähnen oder im Rachen festsetzen. Die Hunde reiben sich dann mit der Pfote am Maul, speicheln intensiv und versuchen sich des Fremdkörpers durch Scheuern der Schnauze am Boden oder an Gegenständen zu entledigen. Versuchen Sie, Ihrem Hund ins Maul zu schauen, indem Sie die Lefze im Mundwinkel zwischen die Backenzähne schieben oder mit einem "Beißholz" den Kiefer seitlich zwischen den Backenzähnen aufspreizen! Mit einer Pinzette oder Klemme lässt sich der verkeilte Fremdkörper gelegentlich sofort entfernen. Vor allem bei widerspenstigen, hysterischen oder aggressiven Tieren bedarf es aber häufig einer Narkose, um das Malheur zu beheben.
info: www.labrador-infos.de