Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten

 

Hepatitis (Hepatitis contagiosa canis - Hcc)
Auch bei Hunden gibt es eine ansteckende Virushepatitis. Gefährdet sind allerdings nur Hunde - auf den Menschen ist diese Krankheit nicht übertragbar. Daneben umfaßt das Spektrum des Erregers (Adenovirus) bevorzugt Rotfüchse, Kojoten und Wölfe. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und in den betroffenen Hundepopulationen liegt die Durchseuchungsquote bei über 50 %. Besonders Jungtiere zwischen 8 Wochen und einem Jahr sind empfänglich. Das Hepatitisvirus wird über Kot und Urin ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt sowohl über direkten Kontakt, als auch über Futter, Wasser und andere Gegenstände. Teilweise wird auch eine Ansteckung über die Luftwege vermutet. 2 bis 5 Tage nach Infizierung erkranken die Tiere akut. Innerhalb der ersten Krankheitswoche treten Apathie, Freßunlust, Fieber (bis 42°C), starke Bauchschmerzen und teilweise blutige Entzündungen im Bereich der Kopfschleimhäute auf. Es kommt desweiteren häufig zu einer vorrübergehenden Hornhauteintrübung. Ältere Hunde erkranken in der Regel nur mit kurzem Fieberanstieg und vorwiegend respiratorischen Erscheinungen (Augen- und Nasenausfluß), wogegen die Todesrate bei Jungtieren zwischen 10 - 45 % liegt. Besonders schwer erkranken Jungfüchse (Todesrate 40 %). Bei ihnen stehen Symptome des zentralen Nervensystems (Krämpfe, Apathien) im Vordergrund. Eine überstandene Infektion führt zu einer mehrjährigen Immunität. Die Schutzdauer der Antikörper, die mit der Muttermilch vom Welpen aufgenommen wurden, läuft in der Regel zwischen der 9. bis 15. Lebenswoche aus.


Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weilsche Krankheit)
Die Hundeleptospirose wurde als erste Infektion der Haustiere mit Erregern dieser Gattung beschrieben. Die Erreger (Leptospiren) zählen zu den Bakterien und treten weltweit auf. Während der Erreger der Stuttgarter Hundeseuche (Leptospira canicola) hauptsächlich den Hund und das Schwein infiziert, umfaßt das Spektrum des Erregers der Weilschen Krankheit (Leptospira icterohaemorrhagiae) neben dem Hund auch Rind, Schwein, Ratten, Mäuse und den Menschen. Die Leptospirose gehört zu den Zoonosen, d.h. daß sie eine Erkrankung des Menschen auslösen kann. Sie ist eine meldepflichtige Tierseuche! Hunde jeder Altersstufe sind für die Krankheit empfänglich. Bevorzugte Ansteckungsquellen sind kontaminiertes Wasser und Jauche, daneben auch direkter Tierkontakt. Innerhalb der ersten 8 Tage nach der Infektion kommt es zu einer Verteilung / Streuung der Erreger über das Blut in den gesamten Körper, wobei sie sich besonders in den Nieren und der Leber anreichern. Nach 8 - 10 Tagen setzen Schädigungen der roten Blutkörperchen ein, die sich unter anderem in plötztlicher Schwäche, Futterverweigerung, Erbrechen und Fieber äußern. Die Infektion mit der Stuttgarter Hundeseuche verläuft seuchenhaft und führt meistens zu einer jahrelangen Persistenz des Erregers. Symptome sind hier vor allem vermehrter Durst und häufiger Harnabsatz, zum Teil Atembeschwerden. Bei der Weilschen Krankheit stehen hohes Fieber und Leberstörungen mit Gelbsuchtsymptomen im Vordergrund. Generell erheben sich die erkrankten Tiere nur sehr ungerne und äußern Schmerz bei Druck auf die Nierengegend. Das Überstehen der Krankheit führt häufig zu chronischen Nierenschäden. Da diese Erkrankung durch Bakterien hervorgerufen wird, kann bei Ausbruch eine Therapie durchgeführt werden.


Parvovirose
Die 1976 / 77 erstmalig aufgetretene Parvovirusinfektion der Hunde breitete sich Anfang der 80er Jahre praktisch “über Nacht” aus. Das Virus (Parvovirus) ist eng verwandt mit dem Katzenseuchevirus. Unter natürlichen Bedingungen ist das Infektionsspektrum auf die Familie Canidae (Hund, Wolf, Fuchs, Kojote, Schakal) beschränkt, experimentell lassen sich aber auch Katzen, Nerze und Frettchen infizieren. Sichtbare Krankheitszeichen treten vorwiegend bei Hunden im Alter zwischen 8 und 12 Wochen auf. Der Erreger wird kurzzeitig (max. 2 Wochen), aber “hochdosiert” über den Kot ausgeschieden. Da er sehr, sehr langlebig ist, kommt es auch über sehr weite Entfernungen zur Verbreitung. Praktisch kann jeder Kothaufen eine potentielle Ansteckungsquelle sein. Überträger sind Hunde (kontaminiertes Haarkleid und Pfoten), Insekten und der Mensch. Obwohl bereits nach 5 Tagen Veränderungen im Dünndarmbereich beginnen, treten äußerlich sichtbare Krankheitssymptome erst nach ca. 47 Tagen auf. Sie äußern sich in Erbrechen, Depressionen und Mattigkeit. Ca. 6 - 24 Stunden später setzen massive, meist blutige Durchfälle ein, die relativ rasch zu Entwässerung und Gewichtsverlust führen. Kommt es zu keiner Behandlung verläuft das Geschehen innerhalb von 2 bis 3 Tagen tödlich. Daneben kommt es bei einem Teil der Tiere auch zu einer Infektion des Herzmuskels durch die Viren. Diese Herzform ist meistens unabhänig von der Darmform und hat eine längere Inkubationszeit. Plötzliche Todesfälle innerhalb von Minuten, verbunden mit Atemnot, Schreien und Erbrechen sind bei Welpen unter 8 Wochen typisch. Bei älteren Welpen treten die Herzstörungen meistens ohne klinische Symptome auf. Überlebt ein Hund diese Krankheit, können dauerhafte Herzschäden mit entsprechend eingeschränkter Leistungsfähigkeit zurückbleiben. Das Überleben bewirkt maximal eine 2 jährige Immunität. Die Wirkungsdauer der über die Muttermilch verabreichten Antikörper beim Welpen schwankt ziemlich stark und kann sich in Extremfällen bis zur 18. Lebenswoche erstrecken (eher 8. bis 12. Lebenswoche).

 


Staupe (canine distemper)
Die Staupe ist eine der bekanntesten Infektionskrankheiten des Hundes und weltweit verbreitet. Das Staupevirus (Morbillivirus) ist mit dem Rinderpestvirus und dem Masernvirus des Menschen verwandt. Das Infektionsspektrum umfaßt alle Tiere der Familien Canidae (Hund, Wolf, Fuchs, Kojote, Schakal), Mustelidae (Frettchen, Iltis, Nerz, Marder, Wiesel, Hermelin, Stinktier, Dachs, Fischotter) und Procyonidae (Kleinbären: Panda-, Wasch- und Nasenbären). Bei Katzen, Affen und Schweinen verläuft eine Infektion ohne Symptome und Erregerausscheidung. Beim Hund sind alle Altersstufen, besonders die Jungtiere, empfänglich, wobei aber Resistenzunterschiede zwischen den einzelnen Hunderassen bestehen können. Das Virus wird von infizierten Hunden mit allen Sekreten und Exkreten ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt direkt durch Kontakt oder seltener über Futter, Wasser und andere Infektionsträger. Akute Erkrankungen beginnen nach einer Inkubationszeit von 3 - 7 Tagen mit Fieber (bis 41°C), Inappetenz, Augen- und Nasenausfluß und Abgeschlagenheit. Abhänig vom Virus und von Sekundärinfektionen kann sich entweder die gastrointestinale Form (Darmstaupe) mit Erbrechen und Durchfall, die pulmonale Form (Lungenstaupe) mit Husten, Bronchitis, Mandel-, Rachen- und Lungenentzündung, oder seltener die nervale Form (nervöse Staupe) mit psychischen Veränderungen, Krämpfen, Zittern, Lähmungen und Verlust der Sinneswahrnehmungen (Todesrate hier zwischen 30 - 80 %) entwickeln. Eine ebenfalls seltene Spezialform der Staupe, häufig mit Symptomen der nervösen Staupe kombiniert, ist die Hartballenkrankheit. Sie geht mit einer starken Verhornung der Haut im Ballen- und Nasenspiegelbereich einher und endet meistens tödlich. Wird eine Staupevirusinfektion überlebt, so stellt sich eine langandauernde Immunität ein. Ansonsten besteht nur in den ersten Lebenswochen ein Schutz. Welpen erhalten über die Muttermilch Antikörper, wobei die Anzahl dieser jedoch mit jeder neuen Lebenswoche abnimmt. Etwa 50 % aller Welpen sind ab ca. 6. Lebenswoche empfänglich für eine Staupevirusinfektion.


Tollwut (Rabies, Lyssa)
Die bereits von Aristoteles erwähnte Tollwut ist in Afrika, Amerika, Asien und Europa verbreitet. Länder mit Insellage wie Australien, Japan, Malta, Ozeanien, Großbritannien, die skandinavischen Länder und Zypern sind frei von Tollwut. Das Infektionsspektrum des Tollwutvirus (Lyssavirus) umfaßt alle Säugetiere und Vögel, wobei die Empfänglichkeit der verschiedenen Säugetierspezies unterschiedlich hoch ist. So besitzen Füchse, Wölfe, Schakale, Kojoten, Wiesel und Baumwollratten die höchste Empfänglichkeit für das Tollwutvirus, gefolgt von Hamstern, Waschbären, Stinktieren, Hauskatzen, Fledermäusen und Kaninchen. Der Hund weist eine eher mittelgradige Empfänglichkeit auf, ähnlich den Rindern und Pferden. Die Tollwut kommt in 3 Formen vor. In Asien und Afrika überwiegt die urbane Tollwut, sie wird von streunenden Hunden und Katzen übertragen. Die sogenannte Fledermaustollwut ist die vorherrschende Tollwutform in Mittel- und Südamerika. Sie wird von blutsaugenden Fledermäusen (Vampire) übertragen und stellt eine Gefahrenquelle für Tier und Mensch dar. Die in Europa und Nordamerika vorherrschende Form ist die silvatische Tollwut. Hauptüberträger sind bestimmte wildlebende Fleischfresserspezies. In West- und Mitteleuropa ist dies der Rotfuchs, in Osteuropa der Rotfuchs und der Marderhund, in Nordamerika Füchse, Stinktiere und Waschbären, in arktischen Gebieten Polarfüchse. Die Übertragung des Virus erfolgt vorwiegend durch Biß eines tollwutkranken Tieres. Eine Übertragung durch Belecken, Kratzen bzw. speichelhaltige Gegenstände ist selten und nur bei frischen Wunden bzw. direkt über Schleimhautkontakt möglich. Die Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit ist variabel und liegt meistens zwischen 3 - 8 Wochen. Sie hängt u.a. von der Nähe der Infektionsstelle zum Gehirn ab, je dichter - desto kürzer. In typischen Fällen verläuft die Krankheit in 3 Phasen / Stadien. Das erste Stadium (Prodromalstadium) ist durch Wesensänderungen (ständige Unruhe, Zutraulichkeit bei ansonsten scheuen Tieren bzw. Absonderung bei sonst zutraulichen Tieren) und Appetitlosigkeit gekennzeichnet. Im zweiten Stadium (Exzitationsstadium) steigern sich Aufregung, Unruhe und Agressivität bis hin zu Raserei, Wut- und Krampfanfällen und starkem Speichelfluß. Man spricht bei einem stark ausgeprägten Erregungsstadium auch von rasender Wut. Das dritte Stadium (Paralysestadium) ist durch Lähmungserscheinungen (vor allem Hinterbeine), Muskelschwäche, Herabhängen des Unterkiefers, heiseres Bellen bis Stimmverlust, starre Augen, Schluckbeschwerden und nachfolgendem Tod gekennzeichnet. Die Krankheitsdauer beträgt 1 - 7 Tage und endet in der Regel tödlich! Aufgrund der Gefährlichkeit der Tollwut wird in vielen Ländern eine Einreise mit einem Tier nur bei gültiger Tollwutimpfung gestattet.


Virushusten
Diese Erkrankung des Atmungstraktes wird häufig auch als Zwingerhusten bezeichnet. Grund dafür ist, daß am meisten Hunde betroffen sind, die mit ihren Artgenossen sehr eng zusammenleben (z.B. im Zwinger). Grundsätzlich kann aber jeder Hund von dieser Erkrankung betroffen sein. Beim Virushusten des Hundes handelt es sich um das Zusammenwirken verschiedener äußerer und innerer Faktoren (sogenannte Faktorenkrankheit), die zu schweren Krankheitssymptomen führen. Zu den äußeren Faktoren zählen neben der Umwelthygiene vor allem auch Streß (viele Tiere auf engem Raum). Zu den inneren Faktoren zählen u.a. die Abwehrlage des Tieres und auch verschiedene Virusarten. Neben dem Staupevirus spielt vor allem das Parainfluenzavirus eine besondere Bedeutung. Neben dem Hund können sich auch Affen, Mäuse, Hamster, Meerschweinchen und Katzen mit dem Virus infizieren. Beim Menschen ruft der Erreger Mumps bzw. Ziegenpeter hervor. Das Virus wird über die Luft übertragen und setzt sich auf den Schleimhäuten des Atmungstraktes fest. In der Regel verläuft die Infektion ohne akute Lebensgefahr. Typisches Symptom ist gequälter, trockener Husten der anfallsweise auftritt. Das Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit der Tiere sind stark beeinträchtigt. Kommt es im Verlaufe der Krankheit außerdem zu einer bakteriellen Infektion, kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Das Überstehen der Krankheit hinterläßt kaum einen natürlichen Schutz.

 

Erkrankung

Inkubationszeit*

Überlebenschancen

Schutzimpfung

Gefahr für Menschen

Hepatitis

1 - 3 Tage

unterschiedlich, bei Welpen gering

gut wirksam

keine

Leptospirose

12 - 21 Tage

unterschiedlich, vom Erregertyp abhängig

wirksam

vorhanden

Parvovirose

5 - 12 Tage

unterschiedlich, bei Welpen gering

gut wirksam

keine

Staupe

3 - 7 Tage

unterschiedlich

gut wirksam

keine

Tollwut

2 Wochen - 9 Monate

immer tödlich

sehr gut wirksam

vorhanden, keine Behandlung möglich

Virushusten

5 - 14 Tage

unterschiedlich, abhängig von der körpereigenen Abwehr

wirksam

keine

*) Inkubationszeit = Zeitspanne von der Infektion bis zum Krankheitsausbruch

 


 
 
Zecken, Flöhe & Co
Würmer
Würmer stellen für Haustiere ein immer wiederkehrendes Gesundheitsrisiko dar. Wurmbefall ist bei Hunden und Katzen weit verbreitet. Oft sehen Sie dies dem Hund oder der Katze nicht an. Zu den sichtbaren Symptomen eines Wurmbefalls gehören Erbrechen, Durchfall und Verstopfung, Gewichts- und Konditionsverlust, Schuppen, Juckreiz, Haarausfall ein struppiges Fell.
Meist sind die Würmer nicht direkt zu sehen, sondern man kann nur im Kot durch geeignete Untersuchungen die Wurmeier nachweisen. Lediglich Bandwürmer stoßen ihre letzten Glieder regelmäßig ab, die dann im Kot oder in der Umgebung des Afters als weiße, reiskorngroße, bewegliche Gebilde zu erkennen sind.
Weil man den Grad der Verwurmung seines Tieres nicht sicher erkennen kann, empfiehlt es sich, jährlich 3-4 mal eine Wurmbehandlung durchzuführen. Geeignete Entwurmungsmittel finden Sie bei Ihrem Tierarzt.
Flöhe
Flöhe sind in der Kleintierpraxis in Deutschland wohl die wichtigsten Parasiten. Etwa 80% aller Patienten , die mit Hautproblemen in derTierarztpraxis vorgestellt werden, haben ein Flohproblem. Flöhe kommen sehr häufig vor, übertragen Bandwürmer (Dipylidium caninum) und verursachen häufig Hautkrankheiten.
Für Hunde und Katzen sind folgende Floharten von Bedeutung:
- Katzenfloh (Ctenocephalides felis)
- Hundefloh (Ctenocephalides canis)
- Menschenfloh (Pulex irritans)
Dabei sind Flöhe nicht so sehr wirtsspezifisch, das heißt Katzenflöhe kommen beim Hund vor, Hundeflöhe auf Katzen (selten) und Menschenflöhe auf dem Hund. Andere Flöhe (von Igeln, Kaninchen, Ratten ....) kommen seltener vor. Tierflöhe können auch Menschen befallen und dort Blut saugen.Mit bloßem Auge können Flöhe nicht unterschieden werden . Selbst unter dem Mikroskop sehen sie sich sehr ähnlich.
Flohzyklus
Der Flohzyklus dauert, abhängig von den klimatischen Bedingungen, 3 Wochen bis 2 Jahre ! Das Flohweibchen legt auf dem Wirtstier (Hund, Katze) 3- 18 Eier, ab, die sich in mindstens 3 Wochen Entwicklungszeit zum erwachsenen Floh weiterentwickeln. Ein Flohweibchen kann 1-2 Jahre alt werden und in dieser Zeit 500 Eier legen !
Erwachsene Flöhe können bis zu 3 Monaten außerhalb des Wirtes überleben. Etwa 95% der Flöhe und Jugendformen leben in der Umgebung des Tieres !
Schadwirkung
Flöhe können Bandwürmer auf Hunde und Katzen übertragen.
Direkte Schadwirkung
Hunde zeigen bei Flohbefall häufig Juckreiz, besonders stark im Bereich vor dem Schwanzansatz und an den Hinterbeinen .Katzen lecken sich stärker, manchmal exzessiv . Bei manchen Katzen zeigen sich Symptome erst bei sehr starkem Flohbefall. Bei Massenbefall kann es selten zur Blutarmut kommen.
Flohspeichelallergie
Häufig entwickelt sich beim Hund eine Flohspeichelallergie. Hunde zeigen dann eine Hautentzündung v.a im Bereich der Kruppe, der Hinterbeine und Bauchunterseite. Die Haut zeigt rote Papeln, Haarlosigkeit und wird bei längerer Dauer schwarz und lederartig.
Diagnose
Nachweis von Flöhen oder Flohkot. Flöhe werden am einfachsten mit einem speziellen Flohkamm (der nur zur Diagnose nützlich ist, nicht zum Entfernen der Flöhe!!) entdeckt.
Flohkot wird ebenfalls im Flohkamm gesehen. Man kann das Fell der Tiere auch auf nassem Löschpapier ausschütteln; dabei färbt der Flohkot (Blutreste) das Papier rotbräunlich. Im Zweifelsfalle wird man bei Verdacht eine Flohtherapie anstreben; ein Behandlungserfolg zeigt danach die Richtigkeit der Verdachtsdiagnose.Eine Flohallergie kann zumindest beim Hund durch einen Intrakutantes oder Bluttest festgestellt werden.
Behandlung
Flöhe sind aufgrund Ihrer Biologie (lange Persistenz, v.a. in der Umgebung des Tieres) und ihrer zunehmenden Resistenz gegenüber vielen Medikamenten schwer zu behandeln. Bei Tieren, die sich im Haus aufhalten, ist es entscheidend, außer den Flöhen auf dem Tier auch die Jugendformen (Eier Puppen Larven) außerhalb der Tiere in ihrer Umgebung (Wohnung, Zwinger, Box) zu bekämpfen. Eine Flohbehandlung würde also etwa wie folgt aussehen: Behandlung der erwachsenen Flöhe auf dem Tier z.B durch Spot-on Präparate (Halsbänder, Puder und Schampoos besitzen z.Z keine ausreichende Wirksamkeit) . Es gibt Spot-on Präparate, die bis zu 12 Wochen lang eine gute Wirksamheit aufweisen. Einige dieser Präparate besitzen ebenfalls eine Wirksamkeit gegen Zecken .
Verhinderung der Weiterentwicklung der Jugendstadien in der Umgebung des Tieres. Dies kann durch Aussprühen oder Vernebeln von geeigneten Wirkstoffen in der Wohnung versucht werden (VORSICHT : Auch Menschen haben wochenlang Kontakt mit dem Medikament ). Eine gute, leider sehr arbeitsintensive Möglichkeit ist das Einbürsten von Borsalzen in den Teppichboden. Diese Stoffe sind quasi ungiftig, relativ preisgünstig und wirken sehr lange (1Jahr !) rein physikalisch durch Austrocknen der Eier und Larven. Eine bequemere aber relativ teure Alternative ist die Behandlung der Tiere zusätzlich zum Adultizid mit Wirkstoffen, die verhindern, daß die Eier der Flöhe, die sich auf dem behandelten Tiere befanden, zum erwachsenen Floh heranreifen können (Wachstumsregulatoren).
Flohallergie. Bei Tieren, die eine Flohallergie aufweisen, ist neben einer konsequenten und langfristigen Eliminierung sämtlicher Flohgenerationen evt. zusätzlich eine Behandlung mit antiallergischen Präparaten notwendig.Evtl. eine Bandwurmbehandlung durchführen. Eine konsequente Flohbehandlung wird über mindestens 6 Monate durchgeführt.Alle diese Präparate zur Flohbekämpfung sind bei Ihrem Tierarzt erhältlich. Das für Sie günstigste Regime zur Eliminierung von Flöhen aus der Wohnung können Sie ebenfalls am besten zusammen mit einem Tierarzt bestimmen.
Zecken
Entwicklungszyklus der einheimischen Zecken
Die für unsere Haustiere wichtigsten Zeckenarten gehören zu den Schildzecken. Schildzecken haben einen Chitinschild (Scutum) welches bei der männlichen Zecke die gesamte Rückenfläche. bei der weiblichen Zecke nur den vorderen Teil bedeckt.
Entwicklungszykus der Schildzecken
Schildzecken entwickeln sich vom Ei über ein sechsbeiniges Larvenstadium und ein Nymphenstadium. bei dem bereits acht Beine entwickelt sind, zum geschlechtsreifen Tier. Sie ernähren sich durch Blutsaugen an Säugetieren, Vögeln und sogar Reptilien. Für die Häutung zum nachfolgenden Entwicklungsstadium ist eine Blutmahlzeit mit unterschiedlicher Dauer am Wirtstier unbedingt erforderlich. Die Länge des Entwicklungszyklus ist abhängig von Klimafaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Ixodes ricinus - Der Holzbock
Diese Zecke ist in den gemäßigten Klimazonen der Alten Welt am weitesten verbreitet. man trifft sie an fast allen Haus- und Wildsäugetieren an. Auch der Mensch kann befallen werden. Die nüchternen weiblichen Tiere erreichen 3 - 4 mm, die kleineren Männchen 2 - 3 mm Länge. Die adulten Zecken erklettern Gräser, Büsche und ähnliche Pflanzen in ihrem Terrain. Von dort gelangen sie auf den Wirt, wo sie alsbald eine geeignete SteHe zum Blutsaugen aufsuchen. Mit Hilfe ihres Hypostoms, eines mit Zähnen besetzten unpaaren Gebildes am Kopfende, dringen sie durch die Haut des Wirtes und verankern sich in der Bißwunde, wo sie aufgrund der besonderen Eigenschaft des Zeckenspeichels festzementiert sitzen. Dies verhindert, daß die Zecken während ihrer durchschnittlich einwöchigen Blutmahlzeit vom Wirt abgestreift werden können.
Holzbock - Männchen (2-3mm lang)
Holzbock - Weibchen (bis 1 cm lang)
Die Kopulation erfolgt meist auf dem Wirt. Das adulte Männchen, welches kein Blut saugt, stirbt nach der Begattung ab. Die Weibchen saugen etwa das l00-fache oder mehr ihres eigenen Körpergewichtes an Blut, bis sie eine Länge von etwa 1 cm erreicht haben. Danach lösen sie sich von der Haut und lassen sich zu Boden fallen, wo sie nach einer mehrwöchigen Ruhepause mit der Eiablage beginnen. Ein einzelnes Weibchen kann innerhalb von 30 Tagen bis zu 3000 Eier legen. Nach der Eiablage geht das Zeckenweibchen ebenfalls zugrunde.
Bei günstigen Temperaturen und entsprechender Luftfeuchtigkeit schlüpfen die sechsbeinigen, 0,5 mm langen Zeckenlarven im Schnitt nach etwa 30 Tagen. Sie bleiben noch ungefähr 2 - 3 Wochen am Ort der Eiablage, bis die Chitinkutikula erhärtet und pigmentiert ist. Danach beginnen die Larven ihre parasitäre Phase. Sie kriechen auf umgebende Gräser und Kräuter und befallen vor allem vorbeikommende Kleinsäuger, wie beispielsweise Mäuse in großen Massen. Hier saugen sie für 3 - 8 Tage Blut und fallen danach ab, um sich am Boden innerhalb von 2 - 3 Monaten zur achtbeinigen 1,0 mm langen Nymphe zu entwickeln. Nymphen erklettern die umgebenden Gewächse bis zu 50 cm Höhe und können nun auch schon größere Säugetiere wie Reh- und Rotwild, Igel. aber auch Vögel befallen. Nach einer Woche Blutsaugen verlassen die Nymphen ihren zweiten Wirt und vollenden innerhalb von 3 bis 5 Monaten ihren Entwicklungszyklus zur Adultzecke, welche wiederum größere Wild-und Haussäugetiere sowie den Menschen befällt.Abhängig von Klimafaktoren und Vorhandensein geeigneter Wirte dauert der vollständige Entwicklungszyklus des Holzbocks etwa 2 - 3 Jahre.
Rhipicephalus sanguineus - Die Braune Hundezecke
Auch die Braune Hundezecke zählt zu den dreiwirtigen Zecken. Die Weibchen sind ca. 2,5 mm bzw. vollgesogen bis zu 11 mm lang, während die männlichen Tiere maximal 3,5 mm Länge erreichen können. Rhipicephalus sanguineus kommt in warmen Klimazonen der Erde vor und ist die weltweit verbreiteteste Zeckenart. Ihr natürliches Vorkommen in Europa beschränkt sich auf den Mittelmeerraum. während sie in nördlicheren Gebieten aufgrund der niedrigen Wintertemperaturen im Freiland nicht überleben kann.
Die Braune Hundezecke ist aber mittlerweile europaweit verschleppt worden und hat sich in Wohnhäusern, Stallungen und anderen Gebäuden etabliert, in welchen Hunde gehalten werden, die von Reisen in den mediterranen Bereich oder Übersee Rhipicephaluszecken mitgebracht haben. Da die Temperatur in diesen Gebäuden meist konstant oberhalb der kritischen Temperaturgrenze (20 Grad C) für die Entwicklung dieser Zecke liegt, findet sie hier gute Lebensbedingungen vor.
Da Rhipicephalus eine hohe Vermehrungsrate aufweist, kommt es nach kurzer Zeit zum massenhaften Auftreten der Parasiten und zum Massenbefall potentieller Wirte, die sich in diesen Räumen aufhalten. Haben sich die Parasiten erst einmal in unseren Häusern etabliert, sind sie nur mit erheblichem Aufwand vollständig zu vernichten. Hauptwirt der Braunen Hundezecke sind Hunde, andere Tierarten werden seltener befallen.
Da es der Zecke in unseren Häusern meist an einem breiten Angebot an geeigneten Wirten fehlt, geben sich die verschiedenen Entwicklungsstadien von Rhipicephalus, statt einen Wechsel durchzuführen, auch immer wieder mit dem gleichen Wirt (Hund) zufrieden, was den o.a. Massenbefall bei unseren Haustieren erklären kann. In Wohnungen mit einer starken Verseuchung durch die Braune Hundezecke werden auch Menschen häufiger attackiert, insbesondere, wenn Hunde als Wirt nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die adulten Zeckenweibchen verlassen nach ein- bis zweiwöchiger Blutmahlzeit den Wirt. um an geschützter Stelle sofort mit der Ablage ihrer 2000-5000 Eier zu beginnen. Die Entwicklung der Eier, Larven und Nymphen ist abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchte, wobei der Optimalbereich bei 25 - 30 Grad C liegt. Die Gesamtentwicklungszeit beträgt durchschnittlich 6 Monate.
Schadwirkung durch Zecken
Durch das Eindringen des Hypostoms in die Haut des Wirtes kommt es zu entzündlichen Reaktionen, die durch fast immer mit eingeschleppte bakterielle Erreger kompliziert werden können. Entzündungen größeren Ausmaßes können auch dann auftreten, wenn die Zecke unsachgemäß entfernt wird und Teile der Mundwerkzeuge in der Haut des Wirtes verbleiben. Eine entzündliche Reaktion auf den Fremdkörperreiz hin ist hier fast immer die Folge.
Durch Zecken übertragene Krankheiten : Borreliose
Der Erreger dieser Erkrankung ist Borrelia burgdorferi, welches von verschiedenen Stadien von Ixodes ricinus übertragen werden kann. Die Erkrankung wurde 1975 beim Menschen und Mitte der 80er Jahre auch bei Haustieren beschrieben. In Deutschland sind durchschnittlich 10% der Ixodeszecken, regional sogar über 30%, mit Borrelien infiziert. Die Erreger befinden sich in Darm und Speicheldrüsen der Zecken und werden während des Saugaktes durch Speichel und gelegentliches Regurgitieren von Darminhalt auf den Wirt übertragen.
Die Speichelsekretion und damit die Ausscheidung von pathogenen Erregern beginnt frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen der Zecke und erreicht ihren Höhepunkt nach 72 Stunden. Daher läßt sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung durch frühzeitiges Entfernen der Zecke mindern. Die Symptome der Lyme Borreliose sind vielfältig. Beim Hund stehen nach anfänglichen Symptomen wie Mattigkeit und Fieber vor allem Lahmheit. Schmerzen, andere Ausfallserscheinungen und als Spätfolgen Gelenkbeschwerden im Vordergrund.Behandelt wird die Borreliose in rechtzeitig erkannten Fällen mit Antibiotika.
Bekämpfung der Zecken
Die Bekämpfung von Zecken erfolgt am Wirt. Ziel ist es, die Zecken schon vor oder direkt nach Beginn des Blutsaugens zu entfernen. Dies klappt am besten mit einer Zeckenzange, einem Zeckenhaken oder notfalls mit einer Pinzette. Von Bedeutung ist eine vorbeugende Behandlung der Tiere. Dazu stehen dem Tierarzt moderne Medikamente (Sprays und Auftropfpräparate) zur Verfügung,die meist gleichzeitig eine Wirkung gegen Flöhe besitzen. Wichtig ist ebenfalls, daß Hunde mit Krankheitserscheinungen, die vorher von Zecken befallen waren, vom Tierarzt auf Borreliose untersucht werden. Hierzu kann ein Bluttest verwendet werden. Seit 1999 können Hunde auch gegen die Borreliose schutzgeimpft werden .
Ohrmilben (Otodectes cynotis)
Der Körper von Otodectes cynotis ist oval. Die ersten drei Beinpaare überragen deutlich bei allen Stadien seitlich den Körper. Die Larve hat drei Beinpaare. Die erste Nymphe (Protonymphe), zweite Nymphe (Deutonymphe) und die erwachsenen Weibchen und Männchen haben vier Beinpaare, wobei nur beim Männchen das vierte Beinpaar deutlich ausgeprägt ist. Das erste und das zweite Beinpaar haben kurze ungegliederte Haftstiele mit Haftglocken. Beim Männchen sind diese auch am dritten und vierten Beinpaar zu finden. Die Eier sind weißlich und länglich-oval
Entwicklungszyklus
Die Entwicklung zur erwachsenen Milbe über ein Larven-, und zwei Nymphen stadien dauert durchschnittlich 3 Wochen. Ohne Wirt kann die Milbe nur einige Tage überleben. Das Männchen tritt mit Teleonymphen in Kopulation. Die Befruchtung findet unmittelbar nach der Häutung der Nymphe zum Weibchen statt.
Verbreitung
Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch direkten Kontakt zwischen den Tieren Otodectes cynotis ist bedingt wirtsspezifisch. Sie befällt vor allem Fleischfresser.
Symptome
Die Milbe lebt im äußerer Gehörgang bzw. der inneren Ohrmuschel, wo sie die Haut ansticht und sich von der austretenden Lymphflüssigkeit ernährt. Das verursacht Juckreiz und vermehrte Absonderung von Ohrschmalz. Die Folge sind Entzündungenen im Gehörgang. Durch zusätzliche bakterielle Infektion wird der Prozess eitrig. Dann sind meist keine Milben mehr zu finden. Es befindet sich rötlich-braunes bis schwarzes Ohrschmalz ( in großen Mengen ! ) im äußeren Gehörgang, verbunden mit starkem Juckreiz. Später bilden sich Krusten und Borken am Ohrrand und Ohrgrund. Die Tiere zeigen heftiges Kopfschütteln und Kratzen im Ohrbereich. Bei Katzen ist oft der Bereich vor dem Ohr blutig gekratzt.
Diagnose
Typisch ist reichlich rötlich-braunes bis schwarzes Ohrschmalz im äußeren Gehörgang. Bei der Betrachtung des Gehörganges mit Hilfe des Ohrspiegels sind lebende Milben und Eier sichtbar. Nach der Entnahme von etwas Ohrschmalz können Milben unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.
Prophylaxe
Fernhalten nicht befallener/gesunder Tiere (Hunde, Katzen, Frettchen) von befallenen. Alle Tiere, die mit den Befallenen Tieren in Kontakt waren, sollten mitbehandelt werden
Therapie
Ohrmilben sollten vom Tierarzt behandelt werden. Zu Beginn der Behandlung werden die Ohren gründlich gereinigt. Im Anschluß wird ein Präparat, welches die Milben abtötet, ins Ohr gebracht. Diese Behandlung sollte ca. 14 Tage dauern, um auch die Jugendformen der Milben abzutöten. Alternativ ist bei Katzen auch die Injektion eines antiparasitären Wirkstoffes möglich. Diese Injektion muß nach 1 Woche und ggf nach 2 Wochen wiederholt werden. Zusätzlich sollten alle Hunde und Katzen, die mit dem befallenen Tier in Kontakt waren, mitbehandelt werden.
Grasmilben (Trombikulose)
Viele Hunde- und Katzenbesitzer kennen das Leid, dass ihre Tiere im Spätsommer und im Herbst mit den Grasmilben haben. Im Volksmund heißt die Krankheit Erntebeiß, Augustpocken oder Augustbolzen. Die Grasmilbe (auch Herbstgrasmilbe) oder Neotrombikula autumnalis ist ein Bodenbewohner. Die erwachsenen Parasiten ernähren sich von kleinen Arthropoden.
Die Larven jedoch sind Wirbeltierparasiten , die die Haut anbohren und saugen. Neben Kleinsäugern können auch unsere Haustiere Hunde, Katzen, Kaninchen und der Mensch befallen werden. Die nur etwa 0,25 mm großen,sechsbeinigen orangefarbenen Larven befallen vor allem Stellen mit dünner Haut, dies sind bei Hund und Katze vorzugsweise
Zwischenzehenhaut
Ellbogenbeuge
Ohrfalte
Ohrrand
Lidrand
Anus, Vulva
Bauch
Kopfbereich
Beim Menschen sind vor allem Knöchel, Weichen und Achselhöhlen betroffen. Oft findet man ganze Nester von Grasmilbenlarven, vor allem an den Stellen, wo unsere Haustiere sie durch Lecken nicht erreichen können.
Die erwachsene Milbe lebt im Boden, bei Dürre, Frost und Regen bis zu 90 cm tief. Im Herbst schlüpfen die sechsbeinigen Larven. Sie folgen dem Licht und sammeln sich vor allem an mäßig feuchten Stellen in Wiesen und Gärten auf Grashalmen. Dort lauern sie vor allen an warmen Tagen den vorbeimarschierenden Tieren / Menschen auf. Die Larve saugt insgesamt 2-3 Tage, wobei sie auf das Mehrfache ihrer ursprünglicjhen Größe anschwillt. Anschließend läßt sie sich fallen, dringt in den Boden ein und entwickelt sich dort im Laufe der nächsten Monate über das Nymphenstadium zur erwachsenen Milbe.
Schadwirkung
Die Larve stößt ihre Haken durch die Haut. Der in die Wunde gedrückte Speichel löst die oberste Zellschicht auf. Die dabei entstehende Füssigkeit wird aufgesaugt. Erneute Speichelabgaben vertiefen die Wunde. Der abgegebene Speichel enthält Stoffe , die, vor allem beim Menschen, fürchterlich jucken. Aber auch manche Tiere leiden entsetzlich unter den Grasmilben. Dabei kratzen und lecken sie sich an den betroffenen Stellen derart, daß großflächige blutige und krustige Veränderungen auftreten können. Die meisten betroffenen Tiere haben diese Probleme jedes Jahr immer wieder. Soweit bekannt ist, werden von den einheimischen Grasmilben keine Krankheiten übertragen.
Diagnose
Im typischen Fall ist ein Befall mit Larven der Grasmilben anhand der kleinen orangen blütenstaubähnlichen Auflagerungen leicht zu erkennen. Gerade aber bei den Tieren, die sehr stark unter den Paraseiten leiden, das heißt den Tiere, die sich extrem lecken, kratzen und beißen, sind die Spuren oft verwischt. Aber die typische Lokalisation und die passende Jahreszeit (Juli bis Oktober) ermöglichen meist die DiagnoseDie Bekämpfung der Trombikulose kann durch Vorbeugung oder Behandlung erfolgen.
Vorbeugung
Man sollte Wiesen mit Trombikulabefall meiden. Dies sind meist Kuhweiden, Hundewiesen, Wiesen auf denen sich oft Tiere aufhalten. Menschen sollten hochreichendes Schuhwerk tragen, Bodenkontakt vermeiden (Hinsetzen und Hinlegen). Im eigenen Garten den Rasen oft schneiden ( die Larven sitzen an der Grasspitze). Den Rasenschnitt nicht im Garten liegen lassen. Der Abstand zwischen Rasen und Haus sollte mehr als 2 Meter betragen (Temperatur). Diese Maßnahmen sind bei Hunden und vor allem bei Katzen oft ausreichend wirksam. Jedoch sollte man auf keinen Fall den Tieren ihre gewohnte Bewegungsfreiheit vorenthalten !
Behandlung
Man muß nicht jedes Tier mit Herbsgrasmilbenbefall behandeln. Die Milben haben außer dem Juckreiz keine Schadwirkung und verschwinden ja von selbst wieder. Zeigt ein Tier jedoch Juckreiz und sind Zeichen von selbstzugeführten Hautveränderungen vorhanden, muß man helfen.
Es eignen sich Schampoos mit antiparasitären Wirkstoffen. Auch die gegen Flöhe und Zecken wirksamen Arzneimittel zeigen eine gewisse Wirkung. Sind die Symptome nur auf wenige Stellen begrenzt, kann man durch das Auftragen von entzündungshemmenden Arzneimitteln den örtlichen Juckreiz lindern. In manchen Fällen wird, besonders bei hochempfindlichen Tieren, nur eine Behandlung mit juckreizstillenden Tabletten oder Injektionen während der ganzen Milbensaison helfen.
Entwicklungszyklus
Die Entwicklung zur erwachsenen Milbe über ein Larven-, und zwei Nymphen stadien dauert durchschnittlich 3 Wochen. Ohne Wirt kann die Milbe nur einige Tage überleben. Das Männchen tritt mit Teleonymphen in Kopulation. Die Befruchtung findet unmittelbar nach der Häutung der Nymphe zum Weibchen statt.
 
Verbreitung
Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch direkten Kontakt zwischen den Tieren Otodectes cynotis ist bedingt wirtsspezifisch. Sie befällt vor allem Fleischfresser.